Am Freitag diese Woche fand ein besonderes Ereignis am Schulzentrum Oberes Elztal statt, denn die achten Klassen trafen sich zum Politik-Planspiel. Das Vorhaben bedeutete, dass die Schülerinnen und Schüler in Gruppen zu jeweils zehnt oder zwölft eingeteilt wurden und bestimmte Rollen zugeteilt bekamen: Alter, Beruf, Familienstand und individuelle Interessen waren vorgegeben. In diesem Fall ging es um die Inszenierung oder Nachahmung einer Gemeinderatssitzung, während der sich die Teilnehmer zu regionalpolitischen Disskussionsthemen äußern. Die Jugendlichen wurden zu Bürgermeistern, ansässisgen Gastleuten, Eltern, Ladenbesitzer und Polizisten. Wenn aber so unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen, dann sind die Menschen gemeinhin nicht immer derselben Auffassung. Also wurde zum Teil wild debattiert, ohne die zwei Haupt-Parameter aus den Augen zu verlieren: Erstens müssen die Finanzen einigermaßen stimmen und zweitens sollte die Bürgerschaft zufrieden leben können. Wenn also die Eltern sich besorgt darüber äußern, dass die Kinder nicht sicher über die Straße kommen, muss der Gemeinderat mögliche Lösungswege erörtern und abwägen: Ampelschaltung, Kreisverkehr oder Umgehungsstraße? Jeder Gruppe wurden erwachsene Betreuer zur Seite gestellt, die ein bisschen Hilfestellung gaben, vor allem beim korrekten Spielablauf. Denn es galt während der „Sitzung“, Ereigniskarten zu ziehen, die besipielsweise überfällige Gelder einforderten oder Wünsche von Bewohnern darlegten.
Die Organisation im Vorfeld oblag Herrn Konrektor Patrick Hof, der im Team mit Schulsozialarbeiterin Marie Winterhalter und einigen Lehrerkollegen dafür Sorge trug, dass politische Bildung in Form eines solchen Projekts anschaulich gestaltet wird. Hierfür setzte er sich mit Udo Wenzl als Berater für Bürgerbeteiligung und außerdem der Hochschule Kehl in Verbindung. Hof hatte sich um ein Demokratiebudget beworben, das das Kultusministerium für entsprechende Vorhaben vergibt unter der Prämisse, dass ganze Klassenstufen eingebunden werden. Weil die „Achter“ bereits einen Politiktag involviert hatten, wurde das Thema auf diese Weise fortgeführt. Denn die Public Management- Studierenden trugen zur Entwicklung eben jenes Planspiels maßgeblich bei, das jetzt getestet wurde. Gegen später am Vormittag kamen die Bürgermeister der Gemeinden Elzach, Gutach, Simonswald und Biederbach an die Schule, um von ihren „echten“ Erfahrungen während solcher Sitzungen zu berichten und die Verbindung zwischen Schule und Politik noch enger zu knüpfen. Wir danken allen Beteiligten für ihr Engagement - die Jugendlichen zumindest haben sich mit Enthusiasmus in ihre Rollen eingefunden! Fazit: Für eine Sache einzutreten, ist nicht nur spannend, sondern macht richtig Spaß!
